Golden Circle von Simon Sinek kombiniert mit der OKR Methode

Es gibt viele Theorien, wie man ein Unternehmen zu starkem Wachstum bringen kann. In diesem Beitrag geht es um das, was Menschen und Teams antreibt, und wie dieser Antrieb erhalten bleibt und in Ergebnisse umgesetzt wird.

OKR & Golden Circle von Paul Johann Dollinger

Es gibt viele Theorien, wie man ein Unternehmen zu starkem Wachstum bringen kann. In diesem Beitrag geht um das, was Menschen und Teams antreibt, wie dieser Antrieb erhalten bleibt und in Ergebnisse umgesetzt wird.

Klar, es gibt sie, diese Dreamteams. Menschen, die nicht miteinander sprechen müssen und trotzdem weiß jeder, was zu tun ist. Diese Teams erreichen in der Regel im kleineren Kreise herausragende Ergebnisse.

Wächst ein Unternehmen, kommen neue Menschen in die Teams und die Kultur verändert sich. Es wirkt, als würde sich der anfängliche „Spirit“ mit jedem weiteren Mitarbeiter verdünnen.

Fluktuation wird zum Problem. Nach intensivem Recruiting wird mit viel Aufwand geschult, um sich im schlimmsten Fall nach einer kurzen Probezeit zu trennen. Der Worst Case.

Es stellt sich die Frage, wie man von Anfang an die richtigen Leute für sein Team gewinnt, wie man Menschen mit der passenden DNA für das Team findet. Wer mit der Generation Y (Millennials geb 1980-1994) und der Generation Z (geb 1995-2000) arbeitet, kommt nicht um das Thema „Sinn“ als Lösungsansatz herum.

Parallel zeigt sich im Wachstum, dass die Systeme des ursprünglichen Dreamteams, ihre Jobs zu bewältigen, mit der Zunahme an Mitarbeitern, Aufgaben und Kunden auch ihr Ablaufdatum finden. Als Gründer eines Unternehmens kann es in dieser Phase zu viel Frustration kommen. Man muss das Unternehmen neu erfinden.

Auf der Suche nach Management-Systemen, die Raum für Sinn bieten, strategische wie operative Ziele und To-dos vereinen und Wachstum treiben, kommt man um die OKR-Methode nicht herum. Da die OKR Methode ohne starken Unternehmenszweck, Nutzen und Sinn zu schwachen Objektives (qualitativen Zielen) führt, ist das nächste Fundstück der „Golden Circle“ von Simon Sinek, dessen Bestseller „always start with why“ als Pflichtlektüre genannt wird.

Das Golden Circle Modell von Simon Sinek führt zu einem starken „Why“, das man durch Objectives und Key Results erweitert und in Ergebnisse gießt. Somit verfügt man über ein ideales Konzept für intensives und nachhaltiges Wachstum mit ausreichend Inhalt, der neben der Generation Y und Z in der Regel auch abgebrühte Teammitglieder anspricht.

Wenn Managementtheorie aus der Gegenwart, wie die von Simon Sinek, von Teams durch OKR in messbare Ergebnisse umgesetzt wird, das ist einfach magisch.
Die Energie fließt vom Top-Management durch die operativen Teams bis zum Kunden.

Wer ist Simon Sinek?

Simon O. Sinek ist ein britisch-US-amerikanischer Autor und Unternehmensberater, der vor allem durch seinen Bestseller „always start with why“ 2009 große Bekanntheit erlangte.

Es geht Sinek um das „Warum“ einer Organisation. Wer den Bestsellers „Big five for live“ von John Strelecky kennt, hat eine Ahnung, in welche Richtung Sinek geht. Das „Why“ des Menschen, des Individuums sollte mit dem „Why“ des Unternehmens übereinstimmen, für das sie ihre Zeit und Energie aufwenden.

Es geht um den „Purpose“ oder Sinn & Zweck des Unternehmens und seiner Produkte. Simon Sinek stellt die Organisation wie auch jeden einzelnen Menschen vor die Frage des „Why“. Du bist nicht ein Job, oder eine Position. Was ist dein Zweck? Dein Why? Passen wir, die Organisation und du als Mensch zueinander?

Im Weiteren geht es im Golden Circle Modell darum, das „Why“ einer Brand, eines Unternehmens, dessen Mitarbeiter mit dem „Why“ potenzieller Kunden bzw Buyer Personas in Resonanz zu gehen.

Bei Brands mit starkem „Why“ wird die Brand und dessen „Why“ von den Mitarbeitern gelebt, Recruiting stellt kein Problem dar, Leute wollen für diese Brand arbeiten. Vom starken „Why“ inspiriert werden Kunden zu Followern, Anhängern und Markenbotschaftern.

Für die Produkte der Brand stellt man sich in Warteschlangen (Apple) an oder bezahlt lange Zeit im Voraus, um sich das Produkt für einen späteren Zeitpunkt zu sichern (Tesla). Menschen bezahlen für Produkte von Brands mit starkem „Why“ mit Freude mehr als für vergleichbare Produkte anderer Hersteller (Harley-Davidson), ohne dass ein Qualitätsvorteil gegeben ist.

Simon Sinek, Bestsellerautor und Golden Circle Erfinder

Das Golden Circle Modell von Simon Sinek WHY-HOW-WHAT

Was ist der Golden Circle? Simon Sinek behauptet von sich, dass er mit dem „Golden Circle“ den Code herausragender Brands entschlüsselt hat. Die Bezeichnung Golden Circle leitet sich vom Goldenen Schnitt ab. Sinek bezeichnet den Golden Circle als die gelebte Version des Goldenen Schnitts. Ein natürliches Verhältnis, das sich in der Natur etabliert hat.

Starke Leader, starke Unternehmen, starke Marken haben ein starkes WHY, das von Mitarbeitern mitgetragen und von Kunden gelebt wird.

People don’t by what you do – they buy why you do something!

Simon Sinek
OKR Zielsystem - Golden Circle von Simon Sinek
Golden Circle von Simon Sinek


Why: Was ist der Zweck, der Hauptgrund, welche Absicht steckt dahinter?
How: Wie werden wir die Ziele erreichen? Auf welche Weise arbeiten wir?
What: Was wird entwickelt? Welche Ergebnisse stehen am Ende? Was wird unser Resultat sein?

Einführung und Beispiele zum Golden Circle im Rahmen eines TED-Talks von Simon Sinek:

Golden Circle von Simon Sinek am Beispiel von Apple:

Why: Apples Ziel: „Wir glauben daran, den Status Quo zu hinterfragen und dies anders zu tun.“
How: Apples Handeln: „Unsere Produkte sind wunderschön gestaltet und einfach zu bedienen.“
What: Apples Ergebnis: „Wir bauen Computer.“

Der Outcome von Apple ist, dass ihre Nutzer Computer und Geräte erhalten, die innovativ sind. Die sich hinsichtlich Design abheben, doch immer einfach zu bedienen sind. Ebenso positionieren sich die Nutzer als Individualisten, die den Status hinterfragen.

Mögliche Kritik am Golden Circle Modell

Die Abgrenzung zwischen den Bereichen Why, How, What verschwimmt. Es bleibt ein theoretisches Modell, das oftmals nicht den Weg nach außen über das operative Team zum Kunden findet. Oder – es wird als Inhalt für eine Marketing-Kampagne zur Kommunikation genutzt, aber nicht von der Brand oder in den Teams gelebt.

OKR Methode (Objektives and Key Results)

Die OKR Methode ist ein Managementsystem, das vor allem durch die Nutzung von Google und Intel Bekanntheit erlangte. Das Akronym „OKR“ setzt sich aus „Objektives und Key Results“ zusammen.

Bewusst umgesetzt ist die OKR-Methode ein kraftvolles, agiles Management-System. Unternehmen wie Intel oder Google bezeichnen das Modell als wesentlichen Teil ihres durchschlagenden Erfolges.

In unseren Breiten nutzen Player wie Red Bull, MyMüsli, Foodspring, yfood, Zalando, Burda Forward oder die Otto Gruppe das OKR Framework.

International nutzen neben Google und Intel Brands wie LinkedIn, Amazon, Adobe, Deloitte, Facebook, Microsoft, Netflix, Oracle, Siemens, Tableau oder Uber sowie viele Start-ups Objectives & Key Results für ihre Strategieumsetzung. Im Silicon Valley spricht man, wenn es um „management by objectives” geht, von einem Standard.

Bei der Anwendung der OKR Methode werden strategische Ziele (Zyklen von 12 bis 36 Monate) vom Management in Top-Level OKRs definiert. Operative Ziele (2 bis 3 Monate), sogenannte „Bottom Up OKRs“ werden von den operativen Teams erarbeitet. Das Top Management übt minimalen Einfluss aus.

„Objektives“ sind positiv formulierte Ziele bzw Zielzustände. Jedes Objektive wird durch 3 bis 5 „Key Results“ erfüllt, die durch einen wöchentlichen „Check-in“ (Meetings) niedergeschrieben bzw. upgedatet werden. Die operativen Teams, Mitarbeiter führen sogenannte „Initiativen“ durch, um die Key Results zu erfüllen. Ich würde an dieser Stelle anführen: Die Teams arbeiten in Richtung „Why“ (ihr Objektive), sie setzen Initiativen („How“) und erarbeiten sich mit diesen ihr „How „(Key Results).

Nach Abschluss eines operativen Zyklus (2 bis 3 Monate) wird ein gemeinsamer Review sowie eine Retrospektive abgehalten, um den Prozess zu verbessern oder die Strategie anzupassen. Im Anschluss werden die OKRs für den nächsten operativen Zyklus aufgesetzt. Das Learning aus der Retrospektive wird in den neuen Zyklus übernommen und der Prozess verbessert.

Neben dem Zielsystem und der hohen Agilität durch die Organisation zeichnet sich die OKR Methode durch die klare sprachliche Konvention aus. Allen im Unternehmen ist klar, worum es geht. Es gibt eine einheitliche Sprache.

Hier findest du umfassende Informationen zur OKR Methode, Definition und Grundlagen.

Säule des OKR – die sprachliche Konvention: Objectives und Key Results
Objectives und Key Results der OKR Methode

Mögliche Kritik am OKR Modell

Das OKR Modell kann schnell zur To-do-Liste im neuen Gewand zu werden, wenn man sich mit zu viel Fokus im operativen Bereich bewegt. Man läuft Gefahr, dass bei dünn formulierten, schwachen Objektives, denen es an inhaltlicher Kraft fehlt, die Motivation in den Teams stark abflacht bzw. über die Zyklen Wirkung verloren geht. Es kommt auch vor, dass OKR sich zu viel mit Input und Output beschäftigt. Aber nicht mit Purpose und Outcome, dem wahren Wert, der für Nutzer und Kunden entsteht.

So ist eine neue Sorte Müsli, die im Regal steht, kein wirklicher Outcome, sondern nur ein Output, von dem der potenzielle Nutzer noch keinen wirklichen Mehrwert hat.

Die Magie, die frei wird, wenn der Golden Circle in das OKR Framework gegossen wird

Wenn das „WHY“ gefunden ist und dies über strategische und operative Objektives in die OKR Zyklen verwebt wird. Wenn alle im Team die selbe Sprache sprechen und über die OKR Zyklen den selben Rhythmus finden, wird ein großes Maß an Energie frei.

WHY = Warum/Wieso sind wir angetreten?
HOW = Key Results: Wie und womit erreichen wir die Ziele?
WHAT = Objektives: Was gilt es zu erreichen?

Für wen macht es Sinn, sich über das WHY oder OKR Gedanken zu machen?

Es lohnt sich für Unternehmen aller Größen, sich mit ihrem „WHY“ zu beschäftigen. Simon Sinek liegt absolut richtig, mit dem, was er über Marken wie Apple oder Harley Davidson und ihrer Wirkung auf die Menschen berichtet. Ich würde heute ebenso Brands wie Tesla oder ON-Running als Beispiele nennen. Wie Apple und Harley Davidson erfinden Tesla und On-Running ihre Branche neu, eröffnen ein neues Preissegment und erobern rasend schnell eine immer größer werdende Käufer- und Followerschaft.

Fazit:

Im Zeitalter der Digitalisierung ist es wichtig geworden, sich als Unternehmen oder Brand im globalen Wettbewerb abzuheben. Durch ein starkes „WHY“ ist dies möglich. Wenn man ambitionierte Ziele hat, kann man sich über die Ausarbeitung des Golden Circle in das OKR Framework vorarbeitet, kann anstehende Change-Prozesse erleichtern und die Unternehmens-Entwicklung beschleunigen.

Zur Schwäche des Golden Circle, dass er als reine Theorie und Philosophie-Session abgetan werden kann: Ergänzt mit der OKR-Methode, die sehr operativ getrieben ist, ergibt das für mich eine vielversprechende Kombination.

Ich wünsche viel Spaß bei der Frage nach deinem „Why“, nach dem „Why“ deines Unternehmens sowie bei den Gedanken, wie man diesen schöpferischen, energetischen Prozess über Key Results und Initiativen auf die Straße bringt!


Paul Johann Dollinger Online Growth Marketing

Paul Johann Dollinger

Digital-Marketing & Growth Marketing Strategie - Paul Johann Dollinger ist Gründer und Geschäftsführer von KLIXPERT.io. Er ist seit vielen Jahren im strategischen Online-Marketing tätig. Growth Marketing, Content-Marketing und semantisches SEO sind sein Fokus. Was ihn ebenso stark treibt, ist das Thought Leadership Prinzip sowie die Customer Journey. Das OKR Framework und die North Star Metric. „Es raubt mir manchmal den Atem, wie schnell und wirkungsvoll man in der digitalen Welt Dinge verändern kann!“